HOPEVILLE | Europas Traumstrände – meine Top 3
 

Europas Traumstrände – meine Top 3

Bucht von Kap Kamenjak in Istrien, Kroatien

Ich liebe die Tropen. Doch Europas Traumstrände müssen sich nicht verstecken. Im Gegenteil. Was sie so besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit. Von weißen Stränden, abenteuerlichen Steinbuchten und wilden Dünen. Meine Top 3.



1. Weiße Strände und Karibik-Flair an der Ostküste Sardiniens


Ohne Erwartungen reiste ich nach Sardinien. Einfach nur das Meer sehen. Ja, das wollte ich, nachdem ich ein paar Tage Rom erkundet hatte. Und so ging es über Nacht mit der Fähre vom italienischen Festland auf die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Früh morgens in Olbia kam ich an, einem schnuckeligen Ort im Norden der Insel, mietete einen Wagen und fuhr die Ostküste runter.

Wenige Kilometer südlich von Olbia, bei San Teodoro, stoppte ich das erste Mal und war sofort hin und weg. Ich spazierte über hellen Sand, badete im Meer, wusch mir die letzten Reste Müdigkeit von der Seele und das alles, ohne Horden von Touristen anzutreffen. Die kräftige September-Sonne schien auf meinen Kopf, vertrieb langsam die Kühle der Nacht und mit ihr die Wolken, die sich am Himmel auftürmten. Ich war schon jetzt begeistert.

Doch nur einige hundert Meter weiter sollte ich das erste Mal auf das Bilderbuch-Sardinien treffen, das mir immer wieder begegnete: Von einer Anhöhe aus starrte ich auf eine malerische Bucht mit weißem Sand und hellblau funkelndem Meer, das sich spiegelglatt ausbreitete, umrahmt von Bergen und mediterraner Natur.

Und ehrlich gesagt glich die gesamte Ostküste Sardiniens einer Postkarte: Weiter südlich lockten die Pinienstrände von Budoni. Im Naturpark Biderosa reihten sich einsame, puderfeine Sandstrände aneinander. Und der Golf von Orosei bot zwar keine Strände, dafür aber türkisblaues Wasser, das bis an die steilen Klippen des Supramonte Gebirges reichte. Das alles fand ich auf gerade einmal 90 Kilometern, einem minikleinen Teil der gesamten Insel.
Sardinien, ich freue mich auf alles weitere von dir!

Weitere Tipps für die Ostküste Sardinien:


  • Dem Ort Orosei einen Besuch abstatten – eignet sich auch gut als Ausgangspunkt, um den Golf von Orosei und den Naturpark Biderosa zu erkunden.

  • In den Naturpark werden pro Tag nur wenige PKWs eingelassen. Das ist der Grund, warum es hier auch im Hochsommer selten überfüllt ist. Fußgänger und Radfahrer haben unbegrenzt Zutritt. Der Eintritt ist kostenpflichtig (1 Euro für Fußgänger).

  • Unbedingt eines der Agriturismo ausprobieren. Typisch italienische Bauernhöfe mit angegliedertem, einfachem Restaurant. Super authentisch.


  • Naturpark Biderosa auf Sardinien

    2. Traumhafte Steinbuchten am Kap Kamenjak in Istrien (Kroatien)


    Istrien boomt, Kroatien boomt. Ich wollte trotzdem ein Stück unberührte Natur genießen, ein bisschen Abenteuer, und gleichzeitig Ruhe. So recherchierte ich das Kap Kamenjak, eine geschützte Naturlandschaft an der südlichen Spitze der Halbinsel Istrien.

    Wir mieteten uns ein Fahrrad im Ort Premantura, das direkt am Eingang des Kaps liegt, und umrundeten ganz gemächlich die ca. 6 km lange Insel. 550 verschiedene Pflanzenarten gibt es hier, Gestrüpp könnte man meinen, ich sage: die echte Welt.

    Wir passierten wilde Wiesen mit bunten Blumen, kämpften uns durch trockene Buschwäldchen, vorbei an Orchideen und Schmetterlingen und stießen auf traumhafte Buchten mit weißen Steinen. Die Adria lag ruhig da, eiskalt, glasklar und helltürkis. Irgendwie rein, irgendwie friedvoll und auf Knopfdruck übertrug sich all das auf meinem Kopf, bis die Gedanken langsamer wurden und irgendwann verschwanden. Da war nur noch Platz für Genuss.

    Zum Abendbrot hielten wir im Zentrum der Halbinsel an einer Farm, saßen auf einer Holzbank mit Blick auf grasbewachsene Hügel voller Schafe und ließen uns kroatische Hausmannskost schmecken. Und jeden Abend saßen wir an unserer Lieblingsbucht, der Uvala Pinižule, ein kühles Bier in der Hand, den glutroten Himmel vor uns und nichts als Entspannung im Herzen.

    Tipps:


  • Hinkommen: Im nahe gelegenen Pula gibt es einen Flughafen.

  • Autofahren: Autos sieht man hier wenige, viele Zufahrten sind für motorbetriebene Fahrzeuge gesperrt – und wieder einmal erwies sich dies als Segen für die Natur und die Atmosphäre.

  • Unterkunft: Wir hatten uns ein AirBnB in Premantura gemietet, was nett aber auch ziemlich touristisch war. Wer es naturverbundener mag, dem würde ich das Camping-Areal direkt am Kap empfehlen.

  • Essen, Trinken und einfach Kind sein: Die Safari Bar am südlichsten Zipfel des Kaps liegt ganz versteckt im Wald. Durch Trampelfade geht es von Spielplatz zu Spielplatz, von Imbiss zu Imbiss, bis man sich vor einer Bucht mit Blick auf die Adria wiederfindet, kroatische Oliven und hausgemachte Limo im Gepäck. Hach!

  • Kochkurs in Pula: Goran ging mit uns auf den Markt, wir kochten frische Pasta und ließen uns allerhand Weine schmecken. Absolut empfehlenswert! https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g295373-d3506687-Reviews-EatIstria_Cooking_Classes_and_Wine_Tours-Pula_Istria.html


  • Bucht von Kap Kamenjak in Kroatien

    3. Wilde Dünen in Bloemendaal aan Zee (Holland)


    Auch so unerwartet schön, so unperfekt perfekt, ist der Strand von Bloemendaal aan Zee. Während eines Urlaubs in Amsterdam zog es mich raus in die Natur. Ich setzte mich in den Zug und fuhr zwanzig Minuten bis Overdeen. Dort wartete der Nationalpark Zid-Kennemerland auf mich, der quasi direkt ins Meer mündet. Perfekt für einen langen Spaziergang.

    Zwei Stunden lang ging ich kreuz und quer durch die menschenleere Kulisse, die mich irgendwie an Schottland erinnerte. Vorbei an Hügeln mit hellgrünem Moos, Tümpeln, Grasflächen und kleinen Wälder. Und irgendwann roch ich es, das Meer, die Luft war feucht und salzig, der Untergrund sandiger. Ich stapfte über üppige Dünen, warf mich dem ungestümen Wind entgegen, immer höher, bis ich ankam und sofort dieses Glücksgefühl durch meine Adern sickerte. Die graue See lag da bis zum Horizont, schlug in Wellen auf den unglaublichen breiten und langen Strand, der so hell war, das es mich in den Augen blendete. Ich setzte mich hin, einfach dort wo ich stand, atmete tief durch, ganz tief, an diesem Tag im Februar und dachte: für Orte wie diesen, da gibt es nicht die eine, richtige Reisezeit. Jeder Moment ist so gut wie jeder andere. Denn alles, was zählt, ist da zu sein.

    Tipps:


  • Mehr Infos zum Strand und zur Anreise: https://www.vvvzandvoort.de

  • Nationalpark Zuid-Kennemerland: https://www.np-zuidkennemerland.nl


  • Weite Strände treffen auf raue See



    Über Sina Wendt - Ferndurst


    Mein Name ist Sina Wendt und ich bin Mit-Gründerin des Reiseblogs Ferndurst. Ende 2016 kündigte ich meinen festen Job und zog mit Freund und Backpack los, um die Welt möglichst langsam und intensiv zu erkunden.

    Die ersten drei Monate reiste ich mit Bus und Bahn durch Südostasien, fuhr im Anschluss mit dem Auto durch den Westen Australiens und versackte am Ende vollends im spirituellen Bali. Seit Sommer 2018 bin ich wieder zurück und arbeite als selbstständige Bloggerin, Autorin und Content Managerin in Hamburg. Zumindest so lange, bis mich mein Ferndurst wieder packt!

    www.ferndurst.de