HOPEVILLE | Viel und günstig Reisen trotz Vollzeitjob – so geht´s!
 

Viel und günstig Reisen trotz Vollzeitjob – so geht´s!

Reisen trotz Vollzeitjob - das geht!

Wie bekomme ich Reisen und Job unter einen Hut, wie finanziere ich meine Reisen und wie oft Reise ich?



Viel Reisen trotz 40 Stunden-Job? Das geht, das geht gut sogar. Auch mit schmalem Budget. Heute verrate ich meine Tipps zum Thema günstig Reisen mit Vollzeitjob – und auch, warum ich trotzdem gekündigt habe.



„Du fährst schon wieder in den Urlaub? Du bist doch gerade erst wiedergekommen. Wieso hast du denn so viele freie Tage?“, das wurde ich ziemlich häufig gefragt, wenn ich von meinen Reisen erzählte. Meine Antwort: Ich habe nicht mehr Urlaubstage als andere, ich habe nur meine Priorität aufs Reisen gelegt und ziemlich gut geplant. Und genau das hat mir mein Vollzeitjob ermöglicht.

Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe, als ich meinen ersten langfristigen Job antrat: vorfreudig. Und das nicht nur wegen der neuen Herausforderung, sondern auch, weil ich endlich richtigen Urlaub haben würde. Keine Abgaben oder Klausuren im Hinterkopf, kein Rangeln mit der Chefin, ob sie mir den Urlaub genehmigen würde, nein, Urlaub, ohne Kompromisse. 30 Tage im Jahr, die ich frei einteilen konnte, wenn sich diese nicht gerade mit allen in meinem Team überschnitten.

Und weil ich Vorfreude liebe, setzte ich mich gleich Anfang des Jahres hin und plante ganz grob alle Reisen, die ich machen wollte. Und diese Planung zahlte sich aus: im ersten Jahr war ich in Kopenhagen, Istanbul, Warschau, Göteborg, Malmö und Paris (alles verlängerte Wochenenden), dazu zwei Wochen in Portugal und auf einigen Festivals.

Im zweiten Jahr folgten drei Wochen in Thailand und zwei in Sansibar, vier Tage in Budapest und so einige auf Festivals – plus Weihnachtsurlaub.
Wie das funktioniert?


Viel Reisen trotz Vollzeitjob - Meine Tipps:


Arbeiten in Bali im Coworking Space
  • Prioritäten setzen:

    Meiner Meinung nach der wichtigste Tipp. Denn nur wer sich fürs Reisen entscheidet, wird es auch tun.

  • Planen:

    Ihr würdet gern mehr reisen, wisst aber nicht wie und wann? Dafür gibt es eine Lösung: zwei Listen! Auf der einen notiere ich meine Traumziele, auf der zweiten plane ich sie im Jahr ein. Hört sich anstrengend an? Mich beflügelte diese Vorgehensweise, weil mir so bewusst wird, dass ich trotz Job in der Lage bin, mir meine Träume zu erfüllen. Diese Liste ist übrigens erst einmal eine Art „Arbeitspapier“. Für endgültige Ziele und Zeiträume entscheide ich mich meist erst ein paar Wochen oder Monate vorher. Trotzdem wichtig: Buchen nicht vergessen, sonst bleiben Träume nur das, was sie sind: keine Wirklichkeit.

  • Planen und Brückentage nutzen:

    Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der deutschen Einheit, – das sind nur einige der gesetzlichen Feiertage, die sich mit ein oder zwei Urlaubstagen on top zu einem Mini-Urlaub ausweiten lassen. Ich habe die Jahre in meiner Festanstellung beinahe jeden Feiertag genutzt, um zu reisen – und sei es nur für einen entspannten Freunde- oder Familienbesuch.

  • Nicht lang überlegen, sondern einfach machen, wenn es unter den Fingern kitzelt:

    Ich düse eher ein Wochenende in eine europäische Stadt oder in die Natur, wenn mir nach Ruhe oder Abenteuer ist, als auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Schon ein kurzer Trip kann den Kopf freimachen, das ist meine Erfahrung. Und: ein „Aber“ gibt es immer.

  • Die Mischung macht´s:

    Im Winter sehne ich mich oft danach, möglichst schnell, möglichst lange in warme Gegenden zu fliehen, am besten vier Wochen. Leider würden dadurch nur wenige Urlaubstage für den Rest des Jahres übrigen bleiben. Auch hier helfen mir meine Listen: Mindestens alle zwei Monate plane ich eine Reise ein, das kann ein Kurztrip, ein Festival oder ein längerer Urlaub sein. So kann ich meinen Ferndurst regelmäßig stillen – und auch eine längere Reise im Winter unterbringen, ohne alle Urlaubstage zu verbrauchen.

  • Tage sparen, wenn eine große Reise ansteht:

    Im zweiten Jahr der Festanstellung hatte ich knapp sieben Wochen frei – wer jetzt nachrechnet, merkt schnell, dass meine 30 Tage Urlaub dafür nicht ausreichten. Deshalb habe ich bewusst ein paar letzte Urlaubstage gespart und diese mit ins neue Jahr genommen und im Vorjahr auf verlängerte Wochenenden statt große Trips gesetzt.


  • Günstig und viel reisen – so geht´s:


    Arbeiten am Strand - geht nicht so gut wie es aussieht
    Die zweit häufigste Frage, die mir gestellt wurde, war: „Ist es denn nicht total teuer, so viel zu reisen?“ Meine Antwort: Jein, es kommt drauf an, wie man reist.

    Ich reise Low-Budget und achte trotzdem auf Komfort. Ich habe noch nie in einem Hostel geschlafen, dafür aber in so einigen Hüttchen, deren einziges Mobiliar eine Matratze auf dem Boden war. Aber die war sauber und der Strand vor der Tür – für mich reicht das vollkommen. So hat jeder seine eigenen Vorlieben und weiß, auf was er verzichten kann und auf was nicht. Sich seine Verzichtsoptionen bewusst zu machen, birgt das erste Sparpotential.
    Und das sind weitere:

    Flüge vergleichen:

    Ich nutze Skyscanner (https://www.skyscanner.de/) und Google Flights (https://www.google.de/flights/?hl=de), um den günstigen Flug zu recherchieren. Dabei hilft es, zwischen den Abfahrt- und Ankunftstagen zu variieren und verschiedene Abflughäfen zu vergleichen. Trotzdem zahle ich lieber 50 Euro mehr, also sechs Stunden länger unterwegs zu sein. Meine Erfahrung ist auch, dass es nicht lohnt, lange mit der Buchung zu warten. Der Preis wird meist nicht günstiger, im Gegenteil. Ich buche dann, wenn mir der Preis gerechtfertigt erscheint. Reiserücktrittsversicherungen oder Gepäckversicherungen schließe ich im Übrigen nie ab – aber das muss jeder selbst entscheiden.

    Mit Handgepäck reisen:

    Spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch Geld, da man bei vielen Airlines kein Gepäck dazu buchen muss bzw. den günstigsten Tarif wählen kann.

    Sparangebote der Bahn nutzen (https://www.bahn.de/p/view/angebot/sparpreis-europa/index.shtml):

    Früh buchen lohnt sich auch hier - innerhalb Europas kommt man auf diese Weise oft wunderbar günstig von A nach B. So ergatterte ich ein Ticket von Hamburg in die Schweiz für knapp 30 Euro, fuhr für 40 Euro bis ins schwedische Malmö und für 20 Euro nach Frankfurt. Tipp für Vielreisende: Bahncard – lässt sich auch auf Spartickets anrechnen und lohnt sich oft schon ab sieben Fahrten pro Jahr! Wenn ihr mit eurem Partner in einem Haushalt wohnt, könnt ihr die Partnerbahncard beantragen und spart auf diese Weise noch einmal 50 Prozent.

    Homestays buchen, z. B. über AirBnB https://www.airbnb.de/c/bpolenz:

    Die Wohnungen sind meist weitaus günstiger als Hotels und dazu in authentischen Vierteln gelegen – tolle Tipps vom Insider gibt es oft obendrauf. Wenn möglich, buche ich eine Unterkunft mit Frühstück, um entspannt und kostenlos in den Tag zu starten. Ansonsten besuche ich immer gern Freunde im Ausland. Couchsurfing, also das kostenlose Übernachten auf einer Couch, habe ich bislang nicht ausprobiert, aber schon viel Gutes gehört. Wenn das für dich infrage kommt, kannst du auf diese Weise viel Geld sparen und Leute kennen lernen.

    Unterwegs sparen:

    Ich liebe es, in anderen Ländern auf Märkten herumzuschlendern. Hier kaufe ich frische Lebensmittel und koche gern selbst oder schiebe ein Picknick ein. Ansonsten recherchiere ich vorab, wo es günstige und authentische Restaurants und Bars gibt, ob vielleicht Free-Walking-Sightseeing-Touren angeboten werden und gehe generell viel zu Fuß – wenn ich nicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutze.

    Sparen:

    Sparen ist an dieser Stelle vielleicht nicht der beste Ausdruck, denn ich spare nicht explizit fürs Reisen, aber ich setze auch hier Prioritäten. Ich kaufe mir selten Kleidung oder Möbel, habe kein Auto oder eine teure Wohnung, mein Geld fließt ins Reisen (– und in gutes Essen). Dazu kommt, dass ich bereits seit 2014 blogge und mir durch meine Hobbies, dem Reisen und Schreiben, immer etwas Taschengeld dazuverdienen konnte. Ein großes Glück!


    Warum ich trotzdem gekündigt habe oder: Reisen als Selbstständige


    Und das bringt mich zum nächsten Punkt, den ich schon in der Einleitung angekündigt hatte: Auch wenn ich trotz Vollzeitjob immer viel reisen konnte und im dritten Jahr sogar auf eine 4-Tage-Woche herunterstufte, die mir noch mehr Zeit einbrachte, kündigte ich am Ende doch.

    Der Grund: eine Weltreise. Ein Wunsch, der auf meiner ersten Thailand-Reise aufkeimte und wuchs und wuchs und nicht mehr zu stoppen war, trotz Ängsten und Zweifeln, denn prinzipiell bin ich ein sicherheitsliebender Mensch. Doch mein Wunsch war stärker.

    Und so kündigten mein Partner und ich unsere Jobs und zogen los, erst sechs Monate, dann zwei, und dann noch einmal zwei. Mexiko, Thailand, Laos, Australien, Bali, Sri Lanka und Kambodscha, erste Schritte in die Selbstständigkeit und tausend wunderschöner Erfahrungen folgten. Seit Juni 2018 sind wir wieder in Hamburg und konzentrieren uns verstärkt auf die Selbstständigkeit, auf unseren Kurs Blog Wings (www.blog-wings.de) für angehende Blogger, auf meinen Reiseblog Ferndurst und ein Buchprojekt, an dem ich gerade arbeite.

    Eine neue, große Reise ist erst einmal nicht geplant. Um die Selbstständigkeit aufzubauen, brauche ich Zeit und Konzentration, Reisen und Arbeiten auf die Dauer zu verbinden, ging über meine Grenzen und hat mich nicht ankommen lassen. Nicht beim Arbeiten und auch nicht im Reiseland – und am Ende auch nicht Zuhause.

    Deshalb liegt jetzt die Priorität auf dem Arbeiten und nicht auf dem Reisen und das hier, in Hamburg, in meiner Wohnung, bei meinen Freunden – und der Ostsee vor der Nase. Und trotzdem hege und pflege ich meine Reise-Wunschliste und verspüre immer wieder den Wunsch, neue Eindrücke zu sammeln. Und dann buche ich einfach einen kurzen Trip, und wenn das nur eine Nacht an der Mecklenburgischen Seenplatte bedeutet (die im Übrigen wunderschön ist). Kleine Abenteuer warten schließlich überall. Und meine nächste Reise wird ein Urlaub sein, so viel steht fest. Ohne Laptop im Gepäck, dafür mit ganz viel Ferndurst.


    Über Sina Wendt - Ferndurst


    Mein Name ist Sina Wendt und ich bin Mit-Gründerin des Reiseblogs Ferndurst. Ende 2016 kündigte ich meinen festen Job und zog mit Freund und Backpack los, um die Welt möglichst langsam und intensiv zu erkunden.

    Die ersten drei Monate reiste ich mit Bus und Bahn durch Südostasien, fuhr im Anschluss mit dem Auto durch den Westen Australiens und versackte am Ende vollends im spirituellen Bali. Seit Sommer 2018 bin ich wieder zurück und arbeite als selbstständige Bloggerin, Autorin und Content Managerin in Hamburg. Zumindest so lange, bis mich mein Ferndurst wieder packt!

    www.ferndurst.de