HOPEVILLE | Worst Case Scenarios! Was auf Reisen schiefgehen kann und wie du reagieren solltest
 

Worst Case Scenarios!
Was auf Reisen schiefgehen kann und wie du reagieren solltest

„Vorne und hinten bepackt: Aylin in Indonesien. In Bussen oder auf Booten werden die großen Rucksäcke meist im Frachtraum gestapelt. Damit Langfinger nix finden, tragen wir unsere Wertsachen immer bei uns.“


1,5 Jahre sind wir ununterbrochen gereist, hauptsächlich durch Asien und Südamerika. “Ist euch nichts passiert?” wurden wir danach häufig gefragt. Die Antwort: Nein. Zumindest nichts besonders Schlimmes. In diesem Artikel verraten wir, wie man durch gute Vorbereitung Risiken minimiert und was man tun kann, falls doch mal etwas schiefgeht.



Vorab eine Überlegung zum Thema Angst: Ob wir uns sicher fühlen, entscheiden wir keineswegs rational. Gerade auf Reisen neigen wir dazu, Situationen gefährlicher einzuschätzen, als sie eigentlich sind. Wenn uns Sprache, Aussehen und das Verhalten der Menschen fremd sind, kann das erstmal verunsichern. Alleine das Bewusstsein darüber hilft, sich in einer unbekannten Lage zu orientieren und diese einzuschätzen.

Dass uns auf unserer Langzeitreise nichts Schlimmes zugestoßen ist, lag auch an einer guten Vorbereitung. Hier ein paar Tipps, wie du Risiken schon im Vorfeld vermeiden kannst.


An unübersichtliche Orten sollte man seine Wertsachen besonders im Auge behalten.

Sicherheitsvorkehrungen vor der Reise


1. Dokumente in der Cloud speichern


Speichere Kopien deiner wichtigen Dokumente in einer Cloud (z.B. Google Drive, Dropbox, etc.). In erster Linie sollten dies Reisepass, Auslandskrankenversicherung und Impfausweis sein. Aber auch Notfallrufnummern, Buchungsbestätigungen oder Visa können hier abgelegt werden.

Vorteil:

Du trägst keine zerfledderten Zettel mit dir herum und hast eine Kopie jederzeit abrufbar im Netz.


Das richtige Gepäck


Neben dem Hauptreisegepäck solltest du noch einen zusätzlichen, kleinen Rucksack mitnehmen. In diesem befinden sich die Wertsachen und man trägt ihn idealerweise vorne. Während der große Rucksack oder Koffer auf Reisen in Gepäck-, oder Kofferräume verfrachtet werden kann, sollte der kleine Rucksack nie aus der Hand gegeben werden.

Zusatztipp:

Bargeld und Kreditkarte trägt man am besten in einem kleinen Geldgürtel unterhalb der Kleidung, wo Taschendiebe schwer rankommen.


3. Informiere dich gründlich


Unvorbereitet in eine gefährliche Gegend zu kommen, ist richtig unangenehm. Vor allem in Metropolen empfiehlt es sich, Einheimische zu fragen, welche Stadtteile man meiden sollte. In Bogotá in Kolumbien erkundigten wir uns beispielsweise im Hostel, die Gastgeberin strich ganze Stadtteile mit dem Rotstift in der Karte aus.

Am besten holst du dir mehrere Meinungen ein, um ein besseres Gefühl zu bekommen, welche Gegenden tatsächlich gemieden werden sollten. Manche Stadtteile mit zweifelhaftem Ruf kann man tagsüber durchaus besuchen, wenn man sich an belebte Straßen hält. Du solltest dann auch darauf achten, Wertsachen im Hotel zu lassen und dich unauffällig zu kleiden.


Touristische Orte und weltberühmte Sehenswürdigkeiten ziehen immer auch windige Geschäftemacher an.

Notfallplan: Was, wenn doch etwas passiert?


Keine Panik! Was bedrohlich wirkt, ist bei genauerer Betrachtung meistens kein Weltuntergang. Hier kommen einige Worst Case Scenarios und wie du auf sie reagieren solltest.


1. Der Reisepass ist weg


Ganz klar: der Pass ist das wichtigste Dokument auf Reisen und du solltest ihn hüten wie deinen Augapfel. Aber was passiert eigentlich wenn er doch wegkommt? Welche Schritte sollte man einleiten?

Als erstes solltest du eine Verlustmeldung bei der lokalen Polizei machen. Achtung: Diebstahlmeldungen können den Prozess verlangsamen, da die Ermittlungen erst abgeschlossen werden müssen, bevor ein neuer Ausweis ausgestellt werden kann.

Nun solltest du die nächstgelegene deutsche Botschaft, ein Konsulat oder einen Honorarkonsul aufsuchen, um dir einen neuen Reisepass ausstellen zu lassen. Hier kommen die Dokumente aus der Cloud (Kopien des Passes/ Geburtsurkunde) ins Spiel, da man seine Herkunft nachweisen muss. Auch an Passfotos solltest du denken. Vorher also bei der Botschaft nachfragen, welche Unterlagen benötigt werden.


2. Man wird “abgezockt”


Der Taxifahrer verlangt plötzlich einen Mondpreis? Der “Ticketverkäufer” am Busterminal hat einen wertlosen Papierfetzen verkauft? Solche Ärgernisse kennen Weltenbummler nur allzu gut. Sie sind zwar nicht außerordentlich gefährlich, aber ärgerlich, weil immer ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Meistens ist es für eine Reklamation zu spät, wenn einmal das Geld übergeben und der Verantwortliche blitzschnell in der Menschenmenge verschwunden ist. Daher solltest du zusehen, dass du auf gewisse Dinge gar nicht erst hereinfällst. Wie funktioniert das?

Preise für Dienstleistungen aller Art sollten grundsätzlich immer vorher abgesprochen werden, damit es keine böse Überraschung gibt.

Hektische, chaotische Orte sind perfekte Orte für kleine Betrügereien. Wenn du auf einem Markt, dem Busbahnhof oder anderen Knotenpunkten unvermittelt angesprochen wirst, solltest du vor allem ruhig bleiben und sich nicht zu einer schnellen Handlung hinreißen lassen. Betrüger wollen einen überrumpeln. Also: erstmal langsam machen und sich einen Überblick verschaffen - wenn das Angebot tatsächlich seriös ist, wird es auch fünf Minuten später noch da sein.


3. Man wird bestohlen


Tief durchatmen. Ist zwar ärgerlich, aber es geht hier nur um Materielles. Einen Koffer voll Bargeld trägt man wohl eh nicht herum, und das Wertvollste, was man auf Reisen besitzt, ist vermutlich die Kameraausrüstung.

Eine neue Kamera ist schnell besorgt, unersetzlich jedoch sind die Fotos auf der Speicherkarte. Darum solltest du deine Fotos regelmäßig in der Cloud oder auf verschiedenen Datenträgern sichern- und diese auf unterschiedliche Taschen und Personen verteilen.

Wer eine Diebstahlversicherung hat, muss den Diebstahl bei der Polizei melden, um dann bei der Versicherung den Schadensersatz zu beantragen.

Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas im Hostel-Schlafsaal gestohlen wird, ist wohl höher, als “draußen” beklaut zu werden. Zumindest haben wir von solchen Fällen auf unserer Reise häufiger erfahren.


4. Man wird überfallen


Ok, das ist wirklich ein Notfall und kein Zeitpunkt, den Helden zu markieren. Unbedingt Ruhe bewahren und kooperieren! Auf gar keinen Fall sollte man aggressiv werden, Gegenwehr leisten oder den Angreifer nervös machen.

Tipp:

In vielen Hausratversicherungen sind übrigens „Einbruch und Raub“ mitversichert. Das heißt, wer überfallen und beraubt wird, hat gute Chancen auf Schadensersatz durch seine Hausratversicherung. Gleiches gilt für Einbruch in einem Hotelzimmer.


Vor einer Fahrt mit dem Tuk Tuk sollte man den Preis fest verhandeln.


Fazit: Gute Vorbereitung = Sicher unterwegs


Ein Plan ist immer besser als kein Plan- auch wenn man einen Notfall nur bedingt proben kann, macht es Sinn, sich in einer ruhigen Minute Gedanken zu machen, wie man in einer kritischen Situation reagieren möchte. Wer sich dann noch ordentlich vorbereitet und informiert, kann sorgenfrei in das nächste Abenteuer starten.

Denn: Wer auf Reisen zu misstrauisch ist, verpasst interessante Begegnungen und inspirierende Erlebnisse!
Darum: cool bleiben und offen auf die Menschen zugehen - in den meisten Fällen wird dies mit Gastfreundschaft erwidert!
In diesem Sinne: Wir wünschen euch eine gute und sichere Reise!


Über Stefan & Aylin - Today We Travel


Moin! Wir sind Aylin und Stefan, zwei Weltenbummler, Autoren und Reisefotografen. Damit Du für Dein nächstes Abenteuer gewappnet bist, verraten wir Dir auf Hopeville unsere Tipps zur Reiseplanung und tollen Destinationen.

Denn unsere Weltreise war nur der Anfang: Mit Neugierde, einem offenen Herzen und natürlich Notizblock und Kamera sind wir seit mehreren Jahren als Reiseblogger unterwegs. Ob Wildlife-Safari auf Madagaskar, im Großstadtdschungel von New York oder Wanderung in den Alpen- wir berichten ehrlich und packend wie sich ein Ort anfühlt und verraten Dir was es zu erleben gibt. Schau vorbei und lass Dich inspirieren!

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